Die Nordschleuse in Bremerhaven

Foto: Bremenports

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Das Bauwerk ist der zentrale Zugang zu den großen Dockhäfen im Norden Bremerhavens. Sie wurde am 1. August 1931 in Betrieb genommen, damit der Norddeutsche Lloyd seine langen Schnelldampfer auf der benachbarten Lloyd Werft eindocken konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Schleuse vor allem dem Erzverkehr, seit 1968 auch dem Containerverkehr und heute den großen Autofrachtern. In der damals zweitgrößten Schleuse der Welt haben unverändert Panamax-Schiffe bequem Platz. Dabei verrichtet die Nordschleuse seit fast neun Jahrzehnten unauffällig und reibungslos ihren Dienst.

Die Oberbauleitung für das Projekt wurde dem jungen Baurat Arnold Agatz (1893–1980) übertragen. Agatz wurde anschließend Professor für Wasserbau an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und gilt als Koryphäe seines Fachs. Trotz der gewaltigen Dimensionen von 372m Länge und 14,70m Tiefe entwarfen Agatz und die ihm unterstellten Bauingenieure ein feinsinnig auf den schwierigen Baugrund abgestimmtes Tragwerk. Es ist die Tragik des Wasserbaus, dass die fertigen Anlagen großenteils unter Wasser und Boden verschwinden. Deshalb ist von der Nordschleuse seit der Inbetriebnahme vergleichsweise wenig zu sehen.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die feierliche Tafelenthüllung am Bauwerk erst im Mai 2021 statt.

 

Technische Daten

Nordschleuse

Länge der Schleusenkammer: 372m
Durchfahrtbreite: 45m
Breite der Schleusenkammer: 60m
Fahrwassertiefe: 14,50 m bei mittlerem Hochwasser
Baubeginn: im Mai 1914, 1916 unterbrochen, im Dezember 1927 fortgesetzt
Grundsteinlegung: 4.Mai 1929
Inbetriebnahme: 1. August 1931

Steubenbrücke

Länge zwischen den Endauflagern: 111,90 m
Länge des langen Arms: 78,50 m
Hauptträgerabstand: 16,20 m
Breite einschließlich Fußweg: ca. 19 m
Gesamtgewicht Überbau: ca. 2.670 t
Baubeginn: Herbst 1928
Inbetriebnahme: 2. Juli 1930

Kaiserdock II

Größte Nutzlänge: 335 m (davon 67 m bei der Verlängerung)
Einfahrtweite in Sohlenhöhe: 35,20 m
Bau: 1908 –1913, Verlängerung: 1930/31

Außenvorhafen der Nordschleuse

Länge: 350 m
Breite: 80–120 m
Fahrwassertiefe an der Innenseite der Mole: 16 m bei mittlerem Hochwasser

Wendebecken

Länge: 400 m
Breite im Mittel: 240 m
Fahrwassertiefe: 13,00 m bei mittlerem Hafenwasser

 

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