Titelverleihung

Datum der Titelverleihung: 25. Juni 2009

DIE GÖLTZSCHTALBRÜCKE

 

Im Rahmen eines Festaktes wurde der Göltzschtalbrücke im Sächsischen Vogtland am 25. Juni 2009 der Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ verliehen. Die Brücke ist das zweite Bauwerk, das diese Auszeichnung erhalten hat. Mit 574 Metern Länge und 78 Metern Höhe ist sie die größte Ziegelbrücke der Welt.

„Göltzschtalbrücke schlägt Kölner Dom“ titelte die Chemnitzer Freie Presse ihre Meldung zwei Tage vor der Verleihung der Auszeichnung, denn aus der über achtzig Meisterwerke deutscher Ingenieurbaukunst umfassenden Liste, auf der unter anderem auch der eiserne Dachstuhl des Kölner Doms stehen, wählte der Vorstand der Bundesingenieurkammer als zweites der Bauwerke, die eine Auszeichnung verdient haben, die monumentale Ziegelbogenbrücke im Vogtland aus.

Unter der Göltzschtalbrücke jedenfalls nahmen in Anwesenheit von rund einhundertzwanzig Gästen und Freunden des Bauwerks Dr.-Ing. Jens Karstedt, der Präsident der Bundesingenieurkammer, Dr.-Ing. Arne Kolbmüller, der Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, der Landrat im Vogtland, Tassilo Lenk und Holger Kühnast als Repräsentant der Eigentümerin der Brücke, der Deutschen Bahn Netz AG, die feierliche Enthüllung der Wahrzeichen-Tafel vor.

Diese Ehrentafel, die jetzt auf bundesweit immer mehr historisch bedeutsame Ingenieurbauwerke aufmerksam macht, ziert nun denselben Brückenpfeiler, der auch die Erinnerungstafel für den Konstrukteur der Brücke trägt, für Johann Andreas Schubert.

Der Präsident der Bundesingenieurkamme, Dr.-Ing. Jens Karstedt, würdigte dieses Bauwerk als eines der „bedeutendsten Zeugen der Geschichte der Bautechnik und des Brückenbaus in Deutschland“, das „von hoher innovativer Ingenieurbaukunst Zeugnis ablegt“. Er betonte, dass die Göltzschtalbrücke nicht nur Hindernisse überwinde, sondern auch, dass sie Funktionalität mit hohem ästhetischem Wert verbinde.

„Sachsen war und ist das Land der Ingenieure“, hob Kolbmüller hervor und betonte, dass die Göltzschtalbrücke einhundert Prozent sächsisches Gedankengut sei. Er wolle Schüler verstärkt für den Ingenieurberuf begeistern. Ingenieurbauwerke wie die ausgezeichnete Brücke könnten helfen, das Interesse zu wecken.

Für Landrat Tassilo Lenk war die Verleihung des Titels „eine schöne, große Stunde“. Von den Vorfahren mit Weitsicht geplant, sei die Göltzschtalbrücke ein Weltwunder, auf das die Region stolz sein könne. Mehr als 100.000 Besucher locke das Bauwerk jedes Jahr an und zeige damit seine touristische Bedeutung für die Region.

Auch Holger Kühnast als Vertreter der Deutschen Bahn Netz AG würdigte die historische Leistung der Erbauer. Die Brücke habe seit 158 Jahren den Belastungen ohne gravierende Änderungen standgehalten. So wie die Brücke 1851 an der Bahnlinie von Leipzig nach München die Wirtschaftsregionen zusammenführte, werde jetzt die Elektrifizierung des Streckenabschnittes zwischen Reichenbach und Hof Süd- und Norddeutschland verbinden.


Festvortrag: Prof. Dr.-Ing. J. Stritzke

Im Anschluss an die Tafelenthüllung hielt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stritzke in der Mittelschule in Netzschkau einen Festvortrag, in welchem die Göltzschtalbrücke als eines der bedeutendsten Brückenbauwerke des 19. Jahrunderts gewürdigt wurde.

Zusammen mit dem Hiostoriker Peter Beyer  hat Jürgen Stritzke die Broschüre „Die Göltzschtalbrücke“ verfasst, die von der Bundesingenieurkammer als Band 2 der Schriftenreihe zu den Historischen Wahrzeichen veröffentlicht wurde.

________________________________

Programm der Veranstaltung

13:00 Uhr Feierliche Tafelenthüllung

Begrüßung

Dr.-Ing. Jens Karstedt
Präsident der Bundesingenieurkammer

Grußworte

Dr. Tassilo Lenk
Landrat im Vogtlandkreis

Dr.-Ing. Arne Kolbmüller
Präsident der Ingenieurkammer Sachsen

13:45 Uhr Fahrt mit dem Oldtimer-Bus zur Mittelschule in Netzschkau

14:00 Uhr Endausscheid Brückenbauwettbewerb der Schulen des Vogtlandkreises,

Imbiss

14.30 Uhr Festvortrag von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stritzke

Die Göltzschtalbrücke – Ein Historisches Wahrzeichen
der Ingenieurbaukunst in Deutschland

15:15 Uhr Rundfahrt mit dem Oldtimer-Bus durch
die Umgebung der Göltzschtalbrücke

16:30 Uhr Rückkehr an die Göltzschtalbrücke und

Ende der Veranstaltung

 

 

Bericht Deutsches Ingenieurblatt